Recht · 3. Juli 2026 · 7 Min. Lesezeit

Rechnung, AVV, Datenpannen: Der Papierkram hinter Website-Tracking, einfach sortiert

Jedes Tool, das Website-Daten anfasst, schleppt ein bisschen Papierkram mit. Hier ist die klare Karte der vier Dokumente, die du wirklich brauchst — was sie sind, wo sie leben, und wie du keine Angst vor ihnen haben musst.

Abstraktes Navy-Grid mit drei gestapelten Ordner-Umrissen als sortierte Ablage.

Niemand gründet eine Firma, um AVVs zu unterschreiben. Aber wer in der EU Website-Daten anfasst, hält mit vier kleinen Dokumenten das Ganze aufrecht. Hier sind sie, ohne Nebel.

Die vier Dokumente

DokumentWas es istWann du es brauchst
Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV / DPA)Vertrag mit dem Anbieter, der in deinem Auftrag Personendaten verarbeitetSobald du irgendeinen Tracking- oder Analytics-Anbieter nutzt
Verarbeitungsverzeichnis (Art. 30)Interne Liste, was du warum verarbeitestBei Mitarbeitenden oder systematischer Verarbeitung — praktisch fast immer
Melde­plan für DatenpannenKurzes internes Dokument: wer macht was, wenn etwas leaktVor dem Ernstfall, nicht danach
Rechnung + AufbewahrungsregelnStandard-Rechnungslegung + wie lange du Besucherdaten hältstLaufend
Der Papierkram, der zählt — und was nicht.

1. Der AVV in einem Absatz

Ein AVV ist ein Vertrag, der sagt: "du verarbeitest die Daten nur für die vereinbarten Zwecke, verkaufst sie nicht, löschst sie auf Anfrage, meldest dich, wenn etwas schiefgeht." Seriöse Anbieter stellen ihn in zwei Klicks bereit. Wer es kompliziert macht, sagt damit etwas aus.

Bewahre die unterschriebene Kopie so auf, dass dein Team sie im Notfall findet. Wenn die Einkaufsabteilung eines Kunden fragt, willst du einen Link parat haben, keine Schnitzeljagd.

2. Verarbeitungsverzeichnis (Art. 30)

Eine einseitige Liste dessen, was dein Unternehmen mit Personendaten macht: Newsletter, Sales-CRM, Website-Analytics, Lohnbuchhaltung. Zu jedem: Zweck, Datenkategorien, Empfänger, Aufbewahrungsdauer. Langweilig, aber das nützlichste Dokument, wenn eine Behörde fragt.

3. Meldeplan — vor dem Ernstfall schreiben

Bei einem Datenleck gilt in der EU als Faustregel: 72 Stunden zur Meldung. Du willst den Prozess nicht in Stunde 71 erfinden. Ein einseitiger "wer ruft wen"-Zettel reicht für kleine Teams.

  • Wer entdeckt → wer bestätigt → wer meldet (Name + Telefon)
  • Wo die AVV-Kopie liegt
  • Kurze Meldevorlage — vorab ausgefüllt

Keine Rechtsberatung

Regeln und Schwellen unterscheiden sich je Land und Situation. Startpunkt, kein Ersatz für ein Gespräch mit deinem DSB oder Anwalt.

4. Rechnung und Aufbewahrung — langweilig, aber wichtig

Rechnung ist Standard: USt-ID, Abo einzeln ausgewiesen, Währung. Aufbewahrung ist die Schwachstelle: Teams richten Tracking ein und legen nie fest, wie lange Besucherdaten leben. Zahl wählen (12 Monate ist ein häufiger Default), aufschreiben, Team informieren.

In einem Satz

AVV unterschreiben, Art.-30-Liste führen, einseitigen Melde­plan schreiben, Aufbewahrungsdauer festlegen. 90 % der Compliance-Nervosität sind weg.

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