Viel Vorsicht im B2B-Vertrieb ist geerbte Angst, kein Gesetz. Hier eine praktische Karte, was du typischerweise darfst, nachdem dein Tool eine besuchende Firma erkannt hat — und wo die Linie ist.
Die Rahmung, die hilft
Eine Firma über eine IP-Adresse zu erkennen ist nicht dasselbe, wie eine Person zu identifizieren. B2B-Account-Intelligence ist seit Jahren Standard. Die DSGVO-Vorsicht zündet vor allem, sobald du Person-Level-Daten anhängst: Name, E-Mail, Telefon.
Was du typischerweise darfst (EU/EWR)
- Firmenname, Branche, Größe, Land und besuchte Seiten protokollieren.
- Diese Information angemessen und dokumentiert aufbewahren (12 Monate häufig als Default).
- Damit entscheiden, wen du auf LinkedIn oder über eine öffentlich gelistete Firmen-E-Mail ansprichst.
- Firma im Sales-CRM als Company-Record anlegen — als Firma, nicht als Personenprofil.
Wo du vorsichtig wirst
| Aktion | Meist OK | Vorsicht / Beratung |
|---|---|---|
| Firma + Seiten geloggt | Ja | — |
| Öffentliche Firmen-E-Mail (info@) | Ja | — |
| Genannte Person auf LinkedIn | Ja (öffentliche Quelle) | Nicht in Masse scrapen |
| Kalt-Mail an bestimmte Person | Länderabhängig, Beziehung prüfen | Lokale Regeln prüfen |
| Person + Verhalten öffentlich verknüpfen | Nein | Nein |
Keine Rechtsberatung
Regeln unterscheiden sich je Land und Situation, B2B-E-Mail-Regeln zwischen Deutschland, Frankreich, Italien und darüber hinaus. Im Zweifel lokal prüfen — dieser Text ist Startkarte, kein Rat.
Praktische Do's
- Firmenbesuche zur Priorisierung nutzen. Wenige, bessere Mails schlagen große, kalte.
- Verhalten inferentiell referenzieren, nicht überwachend: "Firmen in eurer Größenordnung fragen oft nach X", nicht "Ich habe euer Team auf der Preisseite gesehen".
- Opt-out auf der Datenschutzseite anbieten, damit jede Firma sich ausschließen lassen kann.
Praktische Don'ts
- Nicht mit gekauften Personen-E-Mails aus Datenbrokern anmailen.
- Nicht dem Interessenten sagen, dass du einzelne Personen trackst — das tust du nicht, und es wirkt schlecht.
- Besucherdaten nicht "ewig" speichern. Aufbewahrungsfrist setzen, planmäßig löschen.
Unterm Strich
B2B-Vertrieb in der EU lebt. Die Regeln sind nicht da, um dich am Arbeiten zu hindern; sie sind da, um die schmuddeligen Varianten zu stoppen. Firmenlevel-Identifikation mit dokumentierter Aufbewahrung passt bequem in die Linien.
- Verwandt: [Ist Besucher-Identifikation DSGVO-konform?](/blog/is-website-visitor-identification-gdpr-compliant)
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Veröffentlicht von
lead.box Team
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